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Eine Frau steht ihren
Mann
Tina Walter über
Kinder, Training und ihren Traum vom Ironman Hawaii
Erst seit rund drei Jahren ist die 35-jährige
Tina Walter aktive Triathletin und Duathletin. Doch in dieser
relativ kurzen Zeit hat sie bereits viel erreicht: Siegerin
beim Powerman Germany in Zeitz, dritter Platz beim Ironman
Germany in Frankfurt und fünfter Platz bei der Duathlon-WM
in Affoltern. triathlon hat bei der 4-fachen Mutter
nachgefragt, wie sie Training und Familienleben organisiert.
In diesem Jahr fahren sie zum zweiten Mal
zum Ironman nach Hawaii. Werden sie von Ihren vier Kindern
begleitet?
Das geht in diesem Jahr leider nicht, weil die Schulferien
ungünstig liegen. Aber im letzten Jahr sind alle vier
für zehn Tage in den Herbstferien mit nach Hawaii gekommen.
Diesmal schläft mein jüngster Sohn bei seinem
Freund. Die drei älteren Kinder sind zu Hause, mein
Lebensgefährte kümmert sich abends um sie.
Wie finanzieren Sie Ihre Hawaii-Reise?
Haben Sie einen Sponsor?
Im letzten Jahr bin ich auf eigene Kosten nach Kona
geflogen. Dieses Jahr sponsert mich das Fitnessstudio Maxi
Style - Fitnessclub und finanziert die Reise. Grundsätzlich
ist es immer einfacher für das Material gesponsert
zu werden, denn einen Ausstatter findet man fast immer.
Wenn es aber um Geld geht, muss man schon ein Händchen
dafür entwickeln. Glücklicherweise ist mein Lebensgefährte
Andy Schmid auch Triathlet und managt mich.
Haben Sie einen Trainer?
Früher, als ich nur Laufen gegangen bin, wurde
ich von Jochen Frech trainiert. Er ist mittlerweile Trainer
beim Bundesliga-Team AST Süßen und hat mich in
die Duathlonszene reingebracht. Da ich aber selbst Sportwissenschaften
studiere und mich mein Freund in punkto Technik auf dem
Rad und beim Schwimmen trainiert, frage ich nur noch sporadisch
an und organisiere mein Training größtenteils
selbst.
Sie haben an fünf Rennen der Powermanserie
im Duathlon teilgenommen und führen die Weltrangliste
an. Im Triathlon sind Sie auch vorn dabei und belegten den
dritten Platz beim Ironman Germany. Was machen Sie lieber?
Eigentlich mache ich beides gern. Den Duathlon nutze
ich vor allem im Frühjahr als Vorbereitung für
den Triathlon, denn schließlich ist immer ein Wechseltraining
dabei. Grundsätzlich hängt mein Herz aber am Ironman.
Die kürzeren Distanzen macht man eher aus dem Bauch
heraus, aber beim Ironman geht man an seine Grenzen, muss
sich ständig selbst motivieren. Das ist für mich
die Königsdisziplin.
Was sind Ihre Ziele in den nächsten
Jahren?
Ich bin ja erst seit drei Jahren beim Triathlon dabei,
hoffe aber 2005 soweit zu sein, dass ich in Hawaii vorn
bin. Unter sie ersten Drei zu kommen wäre ein Traum.
Sie haben erst spät mit Duathlon und
Triathlon angefangen. Wie kam es dazu?
Als ich mein letztes Kind abgestillt hatte, kam meine
Freundin auf die Idee am Berlin-Marathon teilzunehemen.
Darauf haben wir dann trainiert. In Berlin habe ich 1996
mit einer Endzeit von 3:11 Stunden gefinisht - und das ohne
ein planmäßiges Training. Da habe ich Blut geleckt.
Mein Training steigerte sich schnell auf drei Mal und schließlich
auf fünf- bis sechsmal wöchentlich. Besonders
motivierend war, dass ich fast nie Rückschritte, höchstens
Stagnation erlebt habe.
Hat es Einfluss auf die sportliche Leistungsfähigkeit,
wenn Frauen Mütter sind?
Es macht sie hart, schließlich wissen diese Frauen,
was Schmerzen sind. Außerdem müssen sie im Alltag
mit Kindern organisieren können. Und wenn sie wissen,
was sie wollen, dann können sie das auch durchsetzen.
All dieses Wissen macht sie stark für den Wettkampf.
Wie reagieren andere Mütter, zum Beispiel
von Schulfreunden Ihrer Kinder, auf Ihr sportliches Engagement?
Früher wurde ich von vielen belächelt und
für verrückt gehalten. Sie fanden es nicht normal,
wenn ich von einem Schulausflug nach Hause gejoggt bin.
Aber ich musste eben jede Möglichkeit zum Trainieren
nutzen. Mittlerweile werde ich sogar oft von Müttern
um Rat gefragt, die auch gern anfangen würden zu joggen.
Viele Frauen beklagen sich, nicht ausreichend
Zeit zum Trainieren zu haben. Wie managen Sie das?
Grundsätzlich kann ich sagen: Wenn man etwas wirklich
will, dann geht es auch. Heute gibt es Babyjogger, die gab
es noch nicht als meine Kinder klein waren. So musste ich
viel improvisieren. Im Winter habe ich sie beispielsweise
auf den Schlitten geschnallt und bin mit ihnen gelaufen.
Wenn die Kinder älter sind, können sie die joggende
Mutter mit dem Fahrrad begleiten. Ganz wichtig ist es auch
Gleichgesinnte zu finden und sich abzusprechen: Heute gehst
du joggen und ich passe auf deine Kinder auf, morgen machen
wir es umgekehrt. So kann man Sport und Familie unter einen
Hut bringen.
Das Interview führte Sonja Schleutker-Franke
von Triathlon
- das magazin
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